Richtig handeln mit Künstlicher Intelligenz

Videoüberwachungstechnologie muss verantwortungsvoll eingesetzt werden, die Regulierung von Technologie wie Live-Gesichtserkennung ist wichtig. Bei der Bewertung dieser Technologie müssen wir jedoch darauf achten, dass der Nutzen der KI nicht auf der Strecke bleibt.

Im Laufe der Geschichte wurde Technologie sowohl zum Guten als auch zum Schlechten eingesetzt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Personal Computer. Zusammen mit dem Internet öffnete ein einfacher Computer seinen Nutzern das Tor zur Welt und ermöglichte eine bequeme und günstige Kommunikation mit Freunden und Familie überall auf dem Globus.

Doch in falschen Händen ermöglicht derselbe PC Hackern den Zugang zu unzureichend gesicherten Unternehmens- und Regierungsnetzwerken, den Diebstahl sensibler Daten und deren Verkauf an den Meistbietenden.

Es ist daher richtig, dass wir uns ständig mit der uns zur Verfügung stehenden Technologie auseinandersetzen und sowohl ihren Wert als auch ihr Potenzial für missbräuchliche Nutzung genau prüfen. Gegenwärtig gibt es in der Gesellschaft eine besondere Sorge vor Technologien, die bei unverantwortlichem Einsatz unsere Privatsphäre und das Persönlichkeitsrecht verletzen können. Dazu gehören eine Reihe von Anwendungen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, insbesondere die Live-Gesichtserkennung (engl: Live facial recognition, kurz: LFR). Verschiedene Polizeibehörden in Europa haben LFR bereits eingesetzt, doch gleichzeitig gibt es eine Reihe rechtlicher Hürden bei der Nutzung.

Das Gleichgewicht finden

LFR ist eines von vielen Beispielen für den Einsatz von KI in der Videotechnologie. Sie kann die Bildqualität der Videosysteme verbessern, Bildrauschen entfernen und Fehlalarme vermeiden, so dass sich das Personal nur auf die wirklich wichtigen Vorfälle konzentrieren kann. Auf diese Weise spart KI Zeit, senkt Kosten und steigert Effizienz und Sicherheit.

Gleichzeitig schlägt die Europäische Kommission den allerersten Rechtsrahmen für KI vor, der Entwicklern, Anwendern und Nutzern von Künstlicher Intelligenz klare Vorgaben in Bezug auf bestimmte KI-Anwendungen macht. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Ermittlung verschiedener Risikostufen, die mit einer spezifischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz verbunden sind.

Die Europäische Kommission hofft darauf, dass die Regulierung Akzeptanz, Investitionen und Innovationen im Bereich der KI innerhalb der EU stärken wird.  Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen der Regulierung des Technologieeinsatzes, um die Rechte des Einzelnen zu schützen, und der Förderung von Innovationen, die neue Anwendungen mit echten, KI-basierten Mehrwerten ermöglichen.

Für verantwortungsbewusste Hersteller wie Hanwha Techwin ist dieses Gleichgewicht selbstverständlich. Deutlich gesagt: Hanwha bietet in Europa keine Lösung mit Live-Gesichtserkennung an. Als südkoreanischer, NDAA-konformer Hersteller mit voller Kontrolle über seine Lieferkette und einem starken Fokus auf Cybersicherheit sind wir klarer Verfechter des verantwortungsvollen Einsatzes von Videoüberwachungstechnologie.

Eine angemessene Nutzung von Künstlicher Intelligenz

Wir unterstützen eine angemessene Regulierung und eine öffentliche Debatte über den verantwortungsvollen Einsatz von Technologie wie KI. Gleichzeitig sollte jedoch die wichtige Rolle von KI für die Videotechnologie anerkannt und gefördert werden, die es ermöglicht, öffentliche Räume funktionsfähig, sicher und effizient zu halten.

So leistet Hanwha beispielsweise Pionierarbeit beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Videokameras, um typische Herausforderungen zu lösen, mit denen Polizeikräfte bei der Verbrechensbekämpfung konfrontiert sind. Entscheidend ist, dass dies ohne Verletzung der Grundrechte erreicht wird.

KI kann Polizeibeamten helfen, eine vermisste Person schnell zu lokalisieren, indem sie umfangreiches Videomaterial untersucht und Bilder schnell klassifiziert. So kann sie nur die Personen herausfiltern, deren Attribute wie Kleidungsfarbe, ein getragener Hut bzw. eine Tasche oder sogar die Bewegung in eine bestimmte Richtung übereinstimmen. Wofür Polizeibeamte früher Tage gebraucht hätten, kann nun in wenigen Stunden erledigt werden, so dass sich die Beamten auf detailliertere Ermittlungsarbeit konzentrieren können, anstatt das Videomaterial manuell zu scannen. Dies ist nur durch KI möglich.

Richtig Handeln

Entscheidend ist, dass dieser Einsatz von KI keine Einschränkung der Privatsphäre bedeutet. Das System konzentriert sich auf Objekte und Merkmale, anstatt Personen anhand von Gesichtsmerkmalen zu identifizieren.

Die KI schützt vielmehr die Identität der auf dem Videomaterial abgebildeten Menschen, indem alle Gesichter außer bei der vermissten Person unkenntlich gemacht werden. Nur Polizei-, Justiz- und sonstiges befugtes Personal kann auf das unredigierte Videomaterial zugreifen.

Bei aller Kritik an KI: Angesichts der Möglichkeiten, die der ordnungsgemäße Einsatz von KI bietet, wäre es tragisch, wenn der Nutzen dieser Technologie auf der “regulatorischen Strecke“ bliebe.